Unsere Haltung
Es gibt heute viele Sorgen, viele Nöte, viele Fragen. Manche trägt man besser nicht allein. Genau dafür ist unsere Chatseelsorge da: als erste, niedrigschwellige Anlaufstelle für alle, die einen Gesprächspartner suchen. Nicht als Therapeuten, nicht als Pfarrer, sondern als Christen, die zuhören wollen.
Du darfst bei uns ehrlich sein. Du darfst weinen, schimpfen, zweifeln. Du darfst auch einfach nur da sein und schweigen. Wir geben keine schnellen Lösungen, weil es die meistens nicht gibt. Aber wir geben Zeit. Und Aufmerksamkeit. Und, wenn du es willst, ein Gebet.
Unser Versprechen
Wir versuchen, dir ohne Vorurteil zu begegnen. Das gelingt nicht immer perfekt — auch wir sind Menschen, mit eigenen Tagesformen. Wenn etwas falsch läuft, sprich uns an. Wir sind dann gern bereit, im nächsten Gespräch zu klären, was wir vielleicht missverstanden haben.
Was uns trägt
Unsere Arbeit wird ausschließlich durch Spenden ermöglicht. Wir Mitarbeiter erhalten kein Honorar — alle sind ehrenamtlich aktiv. Damit wir das Angebot Tag für Tag offenhalten können, brauchen wir Menschen, die uns mittragen: durch Gebet, durch Weitersagen, durch finanzielle Unterstützung.
Alle Menschen werden von Gott geliebt. Wir sind für andere Menschen da.
Geschichte der Chatseelsorge
Der Träger unserer Aktivitäten ist der Verein Kirche2020 e. V.. Gegründet wurde er aus dem Wunsch heraus, Kirche im modernen Zeitalter dort sichtbar zu machen, wo Menschen heute leben — auch online. Seit den frühen 2000ern ist das Internet unser zentraler Ort, an dem wir „Gemeinde leben“ wollen. Die Internetseelsorge im Chat ist daraus entstanden und seit Jahren das Herzstück unserer ehrenamtlichen Arbeit.
Warum gerade Chat-Seelsorge?
Telefon ist großartig, aber nicht für alle. Manche Menschen haben Hemmungen, ihre Stimme zu hören, oder können sich am Telefon nicht so klar ausdrücken. Schreiben hat eine andere Qualität: man kann Worte zurücknehmen, eine Pause machen, formulieren. Außerdem ist Schreiben oft die Form, die jüngere Menschen ohnehin gewohnt sind.
Im Chat begegnen sich zwei Menschen ohne Bilder, ohne Stimmen, ohne Vorurteile, die durch Aussehen oder Akzent entstehen könnten. Das schafft eine besondere Form von Offenheit. Wir haben in den vergangenen Jahren erlebt, dass Menschen Dinge ausgesprochen haben, die sie sich face-to-face nie getraut hätten.
Was die Chatseelsorge nicht ist
Wir sind keine ausgebildeten Therapeuten. Wir sind keine Kriseninterventions-Profis. Wir sind kein Notdienst. In akuten Krisen verweisen wir auf die Telefonseelsorge (0800 111 0 111) oder den ärztlichen Notdienst (116 117) — und begleiten dich auf dem Weg dorthin, wenn du das möchtest.
Wir sind auch kein verlängerter Beichtstuhl. Beichte gehört zu einem Priester. Wir sind ehrenamtliche Christen, die zuhören — mit Lebenserfahrung, mit gutem Willen, mit ehrlichem Interesse. Das ist viel und manchmal genug. Aber es hat seine Grenzen, und die kennen wir.
Unser Verständnis von Seelsorge
Das Wort Seelsorge kommt aus einer Zeit, in der Glaube und Lebensführung selbstverständlich zusammen gedacht wurden. Heute klingt das für viele fremd. Wir verstehen Seelsorge schlicht: Sorge tragen für die Seele eines Menschen, also für das, was ihn ausmacht und was ihn bewegt. Mit oder ohne Religion, mit oder ohne Gebet.
Wer mit uns schreibt, soll sich gesehen fühlen. Nicht analysiert, nicht beraten, nicht bekehrt — gesehen. Das ist unser einfacher Anspruch.